Es reicht einfach nicht, was wir hier machen

Die Entwicklung der Corona-Pandemie wird wieder zunehmend beängstigend. Aus diesem Grund hat Bundeskanzlerin Angela Merkel gestern zur Konferenz nach Berlin eingeladen. Die dort getroffenen Beschlüsse sind meiner Meinung nach aber alles andere als angemessen.

Die Nachverfolgung der Infektionsketten wird zunehmend problematisch und mühsam, während die wirtschaftlichen Folgen für Gastronomie- und Hotelgewerbe weiterhin immens sind. Auf eine einheitliche Linie konnte man sich weiterhin nicht gänzlich einigen und ich frage mich warum man nicht „mehr tut“, wenn selbst Frau Merkel kommentiert: „Es reicht einfach nicht, was wir hier machen“.

Es wirkt dem Ernst der Lage nicht angemessen, was da gestern in Berlin passiert ist. Es gib keine Aufhebung des unsinnigen Beherbergungsverbots und die Sperrstunde wird die Existenznöte der Gastronomen noch weiter verschärfen aber nichts zur Problemlösung beitragen. Nach 23.00 Uhr wird dann wahrscheinlich einfach woanders konsumiert.

Würden die bereits bestehenden Corona-Regeln konsequent beachtet und durchsetzt, wären schärfere Regeln vielleicht gar nicht nötig. Solange aber Corona-Ignoranten weiterhin Ver- und Gebote missachten, wird sich die Lage weiterhin zuspitzen.

Anders als bisher gilt nun: Der Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche als Grenze wird auf 35 gesenkt, um dann eher mit entsprechenden Maßnahmen zu reagieren.

Ein Überblick über die gefassten Beschlüsse

  • Sperrstunde ab 23.00 Uhr für Gastronomiebetriebe in Corona-Hotspots ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche.
  • Erweiterung der Maskenpflicht in Corona-Hotspots ab 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche auch überall da, wo Menschen dichter oder länger zusammen sind.
  • Bei steigenden Infektionszahlen und ab einer Inzidenz von 35 soll eine Teilnehmerbegrenzung von 25 Teilnehmern im öffentlichen und 15 Teilnehmern im privaten Raum bei Veranstaltungen gelten. NRW schließt allerdings derzeit den Eingriff in den privaten Raum aus.
  • Das Beherberbungsverbot soll zunächst bestehen bleiben. Nach Ende der Herbstferien am 8. November soll die Regelung erneut geprüft werden. Bis dahin ist es für die Urlaubsreisenden allerdings zu spät.

Sicher ist nicht alles, was derzeit nicht verboten ist, auch sinnvoll. Vorsicht, Rücksicht und Solidarität bleiben weiter wichtig. Es ist nicht schwierig, sich an Hygieneregeln zu halten. Verzicht und Entbehrungen hingegen vielleicht mehr. Wir müssen aber gemeinsam da durch und das funktioniert nur, wenn wir uns alle an die Regeln halten. Wir wollen alle zurück zur Normalität und niemand will, dass dieser Zustand zur neuen Realität wird. Dafür müssen wir aber weiter alle an einem Strang ziehen und unsere Egoismen zügeln.