Was passiert da in unserer Gesellschaft?

Große Runde aber keine Entscheidungen der Bundesregierung und der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten - viele Menschen verstehen das als Unentschlossenheit, unterstellen gar Unfähigkeit und scheinen sich nach möglichst allgemein-gültiger und langfristiger Klarheit zu sehnen. Bei einer Krankheit, die immer noch in ihrer Entstehung, Wirkung und Verbreitung wenig erforscht und belastbar erkannt ist, ist das aber nicht so einfach.

Allgemein-gültige Aussagen sind auch in der Hinsicht nicht zu treffen, dass die örtlich sehr unterschiedlichen Gegebenheiten nach Bevölkerungsstruktur und -dichte und regionalen Bedingungen in jede Strategie mit eingebunden werden müssen. Warum lassen wir das aber außer acht, wenn wir Forderungen nach genau diesen allgemein-gültigen Regelungen äußern?

Machen sich hier nicht einige ein bisschen dümmer als sie sind oder sein sollten? Darum bemühen sich aktuell recht viele. Die einen wollen uns erklären, dass wissenschaftliche Erkenntnisse eigentlich Quatsch sind. Andere reden von einem Ermächtigungsgesetz, wenn in unserem Parlament über die Novellierung des Infektionsschutzgesetzes debattiert wird. Erschreckend und entlarvend ist hier die Wortwahl.
Hemmungslos versuchen die Protagonisten mit Falschaussagen, Halb- und Unwahrheiten und sinnentstellender Darstellung uns für dumm zu verkaufen und schrecken nicht davor zurück, Symbole und Begriffe für sich in Anspruch zu nehmen, die nun gar nichts mit ihren Inhalten zu tun haben. Was sie eint ist die Sucht nach Aufmerksamkeit, offensichtliche Freude am Chaos und wohl auch wirtschaftliches Interesse. Allemal aber der Stimmenfang für ihr krudes Gedankengut und die Aufhetzung unserer Gesellschaft mithilfe populistischer Parolen.

Es wird Zeit, den dummen Parolen zu widersprechen und sich entschieden dagegenzustellen. Wenn wir nicht von einer allzu aggressiven Minderheit vorgeführt werden wollen, müssen wir den Mut haben, zu widersprechen.