EU-Parlament für „Recht auf Nichterreichbarkeit“ – es gab auch Gegenstimmen

Das Europäische Parlament hat sich dafür ausgesprochen, dass Mitarbeiter im Homeoffice außerhalb ihrer Arbeitszeiten das „Recht auf Nichterreichbarkeit“ haben sollen. Die EU-Kommission soll nun eine entsprechende Richtlinie dazu erstellen.

Mit 472 Stimmen dafür und 126 Stimmen dagegen sowie 83 Enthaltungen stimmten die Abgeordneten im EU-Parlament bezüglich der Forderung, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor negativen Folgen ständiger Erreichbarkeit zu schützen. Darüber hinaus soll die Arbeit im Homeoffice  Mindestanforderungen genügen und klare Vorgaben in Sachen Arbeits- und Ruhezeiten festgelegt werden. Die wöchentliche Höchstarbeitszeit in der EU beträgt 48 Stunden.

Für die Abgeordneten ist das Recht auf Nichterreichbarkeit ein Grundrecht. Demnach sollen außerhalb der festgelegten Arbeitszeit keine dienstlichen Aufgaben erledigen werden müssen. Das gelte für alle Formen der Kommunikation auch an Feiertagen und im Urlaub. Sichergestellt müsse zudem sein, dass so tätige Mitarbeitende nicht benachteiligt werden.

126 Gegenstimmen und 83 Enthaltungen sind ein Unding. Gängeleien sind heute an der Tagesordnung, wenn Mitarbeitende von solchen Selbstverständlichkeiten Gebrauch machen. Der Wert des sozialen Arbeitsumfeldes muss höher bewertet werden. Arbeitgebern kommt hier die Pflicht zu, den Umgang mit ihren Mitarbeitenden verantwortungsbewusst zu gestalten. Dazu gehört auch, den Mitarbeitenden mit Vertrauen zu begegnen.